Statt »Stille Nacht« ist bei den meisten Menschen zu Weihnachten Großkampf angesagt. Entweder sie haben das Haus voller Gäste oder sie hetzen von einem Familienevent zum anderen. Klären Sie frühzeitig und grundsätzlich mit Ihrem Partner, wie Sie heuer in Ihrer Familie feiern wollen.
Leicht gesagt, denn die meisten Paare haben sehr unterschiedliche Vorstellungen. Finden Sie einen Kompromiss, der den Wunsch nach »großem Familienfest« oder »beschaulicher Besinnung« berücksichtigt.
Das kann auch heißen, dass Sie in einem Jahr Familienhopping betreiben, und im kommenden Jahr mit der Kernfamilie (Eltern und Kinder) alleine zu Hause sind oder wegfahren.
Teilen Sie Ihre Pläne frühzeitig (Schwieger-)Eltern und Geschwistern mit, damit diese selbst Pläne schmieden können. Planen Sie für die Feiertage eine gesunde Anzahl von Aktivitäten ein, und genießen Sie ansonsten das Trödeln unterm Weihnachtsbaum. Kochen Sie eventuell vor, denn sonst kommen Sie an den Feiertagen nicht aus der Küche heraus.
Sehen Sie Einladungen zum großen Familienessen als Entlastung: Schließlich müssen Sie dann nicht einkaufen, herrichten, kochen, aufräumen. Und wenn es Ihnen ganz ruhig am liebsten ist, dann bitten Sie für dieses Jahr einfach um eine Auszeit.
Notieren Sie alle Termine, die in den kommenden vier Wochen auf Sie zukommen. Entweder in Ihrem Chancenplaner (Kalender) oder auf ein Blatt Papier.
Denken Sie an alle Termine im Job und auch an alle Termine in Ihrem privaten Alltag.
Schauen Sie sich kritisch die Abende und Wochenenden an, falls Sie Teilzeit arbeiten auch die Nachmittage: Welche Termine haben Sie dort eingetragen? Welche Menschen werden Sie dort treffen?
Fragen Sie sich bitte jetzt mal ganz ehrlich: Will ich da wirklich hingehen und will ich wirklich einige Stunden meiner wertvollen Lebenszeit mit diesen Menschen verbringen? Falls ja, dann freuen Sie sich auf diesen Abend. Falls nein, dann haben Sie zwei Möglichkeiten:
1. Sagen Sie den Termin freundlich ab. Die Angst, etwas abzusagen, raubt uns häufig viel Zeit und Energie. Dabei sind die Menschen in den meisten Fällen nicht einmal sauer, weil sie - besonders jetzt in der Adventszeit - ebenfalls froh über die "gewonnene" Zeit sind, aber sich nicht getraut hatten, abzusagen. Prüfen Sie besonders Ihre Termine für Weihnachtsfeiern: bei welchen "müssen" Sie wirklich dabei sein. Also wirklich "müssen", weil Sie dort eine Funktion haben, und nicht nur, weil es erwartet wird. Erleichtern Sie sich ein "Nein" mit dem Hinweis, dass es heuer leider nicht geht.
2. Verschieben Sie den Termin ins neue Jahr.
Schauen Sie sich die "leeren" Abende und Nachmittage in Ihrem Chancenplaner an. Und machen Sie jetzt sofort Termine mit sich selbst. Sie wollten schon lange einmal in der Dämmerung mit Ihrer Familie über den Weihnachts-Markt bummeln? Aber immer kamen im Job oder im privaten Alltag in letzter Minute Dinge dazwischen?
Tragen Sie mit "High Priority" in Ihrem Kalender ein: Donnerstag, 17 Uhr - 19 Uhr "Wichtiger Termin Marktplatz." Sie werden sehen, wenn der Termin bereits vergeben ist (an Sie selbst), dann buchen Sie hier auch nichts mehr anderes ein.
Bauen Sie für die kommenden vier Wochen solche Termine mit sich selbst und der Familie in Ihren Planer ein: Sonntag 16 Uhr, Glühwein-Trinken daheim. Verzichten Sie an den vier Adventssonntagen doch einmal auf Fernsehen, zünden Sie eine Kerze an, trinken Sie Tee, singen Sie oder lesen Sie den Kindern Geschichten vor.
Stellen Sie die Ansprüche anderer Menschen nicht über die eigenen Bedürfnisse. Sie werden sehen, dass Sie dennoch (oder gerade deshalb) sogar mehr schaffen. Weil Sie motivierter, entspannter und zufriedener sind
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